Mit Unverständnis reagierte der CDU-Landtagsabgeordnete Ralf Nettelstroth auf die jüngste Aussage von Oberbürgermeister Pit Clausen zur medizinischen Fakultät an der Universität Bielefeld. „Die kommt nie“, wird Clausen in der Presse zitiert. Nettelstroth: „Es ist empörend, dass ein Oberbürgermeister Lobbyarbeit gegen die eigene Stadt und Region betreibt. Damit lässt er Bielefeld im Stich!“
Der OB kenne die heikle Situation der medizinischen Versorgung und der Kliniken in Bielefeld und der Region ganz genau, erklärt Nettelstroth. Nach den aktuellen Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe fehlen allein in Bielefeld schon jetzt 34 Hausärzte.
Clausen lässt Bielefeld im Stich
Der Landtagsabgeordnete: „Um die medizinische Versorgung in der gesamten Region auch in Zukunft aufrecht zu erhalten, setzt sich die CDU seit Jahren auf Landesebene für eine Medizin-Fakultät an der Universität Bielefeld ein. Und nun nimmt uns ausgerechnet der Oberbürgermeister den Wind aus den Segeln.“
Angesichts des zunehmenden Ärztemangels und der immer anspruchsvoller werdenden Ausbildung wäre es nach Meinung von Nettelstroth ein notwendiges und richtiges Signal, an der heimischen Hochschule eine medizinische Fakultät anzusiedeln und so den ärztlichen Nachwuchs in der Region zu halten.
Stadtoberhaupt sollte nicht müde abwinken
Die Aussage des Oberbürgermeisters ignoriere die schwierige Situation und komme zu einem völlig falschen Zeitpunkt. Nettelstroth: „Die Bürgerinnen und Bürger haben einen Anspruch darauf, dass sich das Stadtoberhaupt mit aller Kraft für eine medizinische Fakultät an der Uni einsetzt und nicht müde abwinkt“.
Clausens „feurige Bekenntnisse“ zur Wissenschaftsstadt Bielefeld entpuppten sich vor diesem Hintergrund als wohlfeile Sonntagsreden.