„Konzept für einen Mega-Stau“

CDU-Ratsfraktion: Scharfe Kritik an Umbauplänen für Herforder Straße

17.01.2024, 15:52 Uhr
Stadt hat keine Pläne fertig für den Kreuzungsbreich Herforder Straße/L712n (Foto: Thomas F. Starke)
Stadt hat keine Pläne fertig für den Kreuzungsbreich Herforder Straße/L712n (Foto: Thomas F. Starke)

Als „Konzept für einen Mega-Stau“ bezeichnet die CDU-Ratsfraktion die Beschlussvorlage der Verwaltung zum Umbau der Herforder Straße zwischen Willy-Brandt-Platz und Ortsgrenze Herford.

Fraktionschef Ralf Nettelstroth: „Wenn die Pläne verwirklicht werden, ist ein Verkehrschaos programmiert. 30.000 Fahrzeuge sind täglich auf der Herforder Straße unterwegs – und die Verwaltung will die wichtige Verkehrsader auf zwei Spuren zurückbauen und einen Radschnellweg anlegen – quer durch die Innenstadt. Das ist wirklichkeitsfremd!“

Simon Lange, Sprecher Stadtentwicklung der CDU Fraktion, übt massive Kritik im Detail: „Der Radschnellweg muss eine Mindestbreite von vier Metern haben. Teilweise ist die Herforder Straße aber nur knapp sieben Meter breit. Zudem braucht ja auch die Stadtbahn Platz. Man muss kein Mathe-Genie sein, um zu wissen, dass das einfach nicht funktionieren kann“.

Ein Rückbau der Straße auf jeweils eine Spur je Fahrtrichtung sei unrealistisch, so Lange: „Eine einspurige Straße kann lediglich 13.000 Fahrzeuge aufnehmen, es sind aber nach den aktuellen Zahlen 30.000. Damit wäre die notwendige Leistungsfähigkeit in keinster Weise gegeben.“ Unter Verkehrswende verstehe das von Rot-Rot-Grün dominierte Rathaus offenbar nur Straßenrückbau. Jüngstes Beispiel sei die Heeper Straße: „Diese einseitige Sicht durch die Anti-Autofahrer-Brille ist pure Ideologie und verschärft die Probleme.“

Mit den Rückbauplänen für die Herforder Straße nehme die Verwaltung eine zusätzliche Mehrbelastung der Pendler aus dem Norden und Osten der Stadt in Kauf, betont Fraktionsvorsitzender Ralf Nettelstroth: „Schon jetzt ist die Herforder Straße an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Pendler- und Wirtschaftsverkehr will man laut Beschlussvorlage durch Verkehrslenkung verändern. Aber wohin? Sollen etwa Pendler und Liefer-Lkw sich durch die Wohngebiete schlängeln? Das darf alles nicht wahr sein!“

Was den Öffentlichen Personennahverkehr anbelange, hoffe Verkehrsdezernent Martin Adamski auf einen zügigen Ausbau der Stadtbahn und erwarte damit einen „großen Sprung“.

Nettelstroth: „Damit verkennt der Dezernent die Faktenlage. Die finanzielle Situation Bielefelds ist katastrophal. Kurz- und mittelfristig ist an einen Ausbau des Stadtbahnnetzes über die Weiterführung der Linie 1 bis nach Sennestadt überhaupt nicht zu denken. Das sind Wunschvorstellungen“.

Geradezu „fassungslos“ ist die CDU nach den Worten von Simon Lange darüber, dass die Verwaltung noch immer keine Planung für den Kreuzungsbereich der Herforder Straße mit der L 712neu vorgelegt hat, der Verlängerung der Ostwestfalen-Straße in Richtung Lippe:

„Die Lücke wird endlich geschlossen, die Bauarbeiten haben begonnen. Und die Verwaltung kommt nicht in die Gänge. Das grenzt an Arbeitsverweigerung.“